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Wenn bei der Weinbereitung eine Entscheidung von einem Analyseergebnis abhängt, kann die Zeit bis zur Verfügbarkeit dieses Ergebnisses entscheidend sein. In bestimmten Phasen – von der Traubenannahme über die Gärung bis hin zur Überwachung während des Fassausbaus – kann das Warten auf Ergebnisse eines externen Labors die Prozesskontrolle verlangsamen und notwendige Korrekturmaßnahmen verzögern.
Ein Artikel in der französischen Fachzeitschrift Réussir Vigne (Ausgabe 343, Oktober 2026, S. 26–27) stellt zwei Praxisbeispiele für den Einsatz von CDR WineLab® in unterschiedlichen Bereichen der Weinbereitung vor: eine Winzergenossenschaft in der Champagne, die den Schwerpunkt auf die Überwachung der Weinlese legt, und ein Weingut im Burgund, das seine Weine während des Fassausbaus gezielt überwacht. Dabei handelt es sich weder um eine unabhängige Validierung der Leistungsfähigkeit des Analysesystems noch um einen Vergleich verschiedener Analysemethoden, sondern um praxisnahe Anwendungsbeispiele, die verdeutlichen, in welchen Situationen schnelle Analysen direkt vor Ort von Vorteil sein können.
Traubenannahme: Schnelle Identifizierung der Partien, die einer weiteren Prüfung bedürfen
Die Winzergenossenschaft Vertus im französischen Département Marne setzt CDR WineLab® seit 2021 bei der Traubenannahme ein. Ziel ist es laut der Winzerin Louise Bertrand, den Gluconsäuregehalt zu bestimmen und so die Kontrolle der angelieferten Traubenpartien präziser und schneller zu gestalten.
Gluconsäure kann als Indikator für den Verderb von Trauben dienen, insbesondere im Zusammenhang mit Säurefäule. In einer Winzergenossenschaft, in der die Trauben verschiedener Lieferanten in einem einzigen Tank zusammengeführt werden können, ist es besonders wichtig, auffällige Partien, die einer weiteren Untersuchung bedürfen, frühzeitig zu erkennen. Dies trägt dazu bei, die Qualität und Homogenität des angelieferten Leseguts sicherzustellen.
Im Interview betont die Winzerin die Schnelligkeit der Analyse und das Vertrauen in die Ergebnisse, das durch den regelmäßigen Einsatz des Geräts entstanden ist. Der praktische Vorteil besteht nicht darin, sämtliche spezialisierten Laboranalysen zu ersetzen, sondern darin, zeitnah Analyseergebnisse zu erhalten, die fundierte Entscheidungen während einer besonders kritischen Phase wie der Weinlese ermöglichen.
„Es wird uns helfen, bestimmte Cuvées auszusondern und so die Qualität unserer Weine zu sichern. Es schafft Sicherheit in unserem Prozess.“ – Louise Bertrand, Winzerin bei der Genossenschaft Vertus
Die Genossenschaft weist zudem darauf hin, dass sie für Analysen, die eine entsprechende Akkreditierung erfordern, weiterhin ein Cofrac-akkreditiertes Labor beauftragt. Diese Unterscheidung ist wichtig: Schnelle betriebsinterne Analysen und Untersuchungen durch externe Labore können sich je nach Analyseparameter, Verwendungszweck der Ergebnisse und geltenden gesetzlichen Anforderungen sinnvoll ergänzen.
Im Keller: einzelne Fässer konsequenter überwachen
Der zweite Erfahrungsbericht stammt vom Domaine Coudray-Bizot in Beaune. Jean-Jacques Coudray berichtet, dass er CDR WineLab® einsetzt, um rund 50 Fässer einzeln zu überwachen und die Analysen in die verschiedenen Phasen der Weinbereitung einzubinden.
Bei der Traubenannahme bestimmt er den Restzuckergehalt, den pH-Wert und den Gesamtsäuregehalt. Besondere Aufmerksamkeit schenkt er zudem möglichen Problemen durch die Bildung von Essigsäure, die unter anderem mit dem Auftreten von Fruchtfliegen zusammenhängen können. Diese Untersuchungen helfen ihm, die Eigenschaften der angelieferten Traubenpartien von Anfang an besser einzuschätzen.
Während der Weinbereitung verfolgt der Winzer den Verlauf des biologischen Säureabbaus (malolaktische Gärung) anhand der Bestimmung des Äpfelsäuregehalts. Nach Abschluss dieses Prozesses kontrolliert er erneut den Essigsäure- und den Gesamtsäuregehalt. Vor der Abfüllung überprüft er den Essigsäuregehalt sowie den Gehalt an freiem SO₂.
„Das Wichtigste für mich ist die Zeit, die ich dadurch spare.“ – Jean-Jacques Coudray, Domaine Coudray-Bizot
Für ein Weingut, das zahlreiche Fässer und Weinpartien überwachen muss, ermöglichen Analysen direkt im Weinkeller eine regelmäßigere und gezieltere Prozesskontrolle. Jean-Jacques Coudray hebt insbesondere die geringe benötigte Probenmenge, die Verfügbarkeit der Ergebnisse innerhalb weniger Minuten und die Möglichkeit hervor, bei bestimmten Untersuchungen auf den Versand von Proben an ein externes Labor zu verzichten.
Der wesentliche Vorteil besteht dabei nicht allein in der Zeitersparnis, sondern auch darin, die analytische Überwachung unmittelbar in den Weinbereitungsprozess einzubinden. Wenn die Ergebnisse direkt bei der Beurteilung der Entwicklung eines Weins im Fass vorliegen, lässt sich zeitnah entscheiden, ob weitere Analysen erforderlich sind, die Messwerte mit anderen Beobachtungen im Keller abgeglichen oder gezielte Maßnahmen im Rahmen des eigenen Weinbereitungsplans ergriffen werden sollten.
Schnelligkeit ja – aber nur mit klar definierten Arbeitsabläufen
Diese Erfahrungsberichte aus Frankreich verdeutlichen zudem, dass eine einfache Bedienung des Analysesystems eine angemessene Schulung des Personals und klar definierte Arbeitsabläufe nicht überflüssig macht. Jede Analyse setzt eine repräsentative Probenahme, die korrekte Durchführung der Analysemethode sowie die sachgemäße Lagerung der Reagenzien voraus.
Die Zuverlässigkeit der Analyseergebnisse hängt somit vom gesamten analytischen Prozess ab: von der Probenahme über die sachgerechte Durchführung der Analyse und die Einhaltung der Anwendungsbedingungen bis hin zur Auswertung der Ergebnisse. Daher sollte CDR WineLab® in ein Qualitätskontrollsystem eingebunden werden, das auf die betrieblichen Abläufe des Weinguts abgestimmt ist. Bei Bedarf sollten die betriebsinternen Analysen durch Bestätigungsanalysen oder Untersuchungen in entsprechend qualifizierten Laboren ergänzt werden.
Eine Entscheidungshilfe, wenn jede Minute zählt
Die beiden in Réussir Vigne (Ausgabe 343, Oktober 2026, S. 26–27) vorgestellten Praxisbeispiele zeigen unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten, verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel: Analyseergebnisse genau dann verfügbar zu haben, wenn sie als Grundlage für wichtige Entscheidungen dienen können.
Bei der Traubenannahme können Schnellanalysen dabei helfen, Partien frühzeitig zu erkennen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern. Während der Weinbereitung und des Weinausbaus ermöglichen sie eine gezieltere Überwachung einzelner Weinpartien oder Fässer, ohne bei jeder Untersuchung auf die Ergebnisse eines externen Labors warten zu müssen.
CDR WineLab® wurde entwickelt, um diese analytischen Möglichkeiten direkt im Weingut verfügbar zu machen. Die Entscheidung darüber, welche Parameter überwacht werden, wie häufig Analysen durchgeführt werden und welche Maßnahmen sich aus den Ergebnissen ableiten, liegt jedoch weiterhin in der fachlichen Verantwortung des Winzers und muss im betrieblichen Qualitätsmanagement berücksichtigt werden.
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