...

Warum YAN und Gluconsäure in extremen Jahrgängen eine wichtige Rolle spielen

Extreme Wetterbedingungen machen es schwieriger, den Verlauf der alkoholischen Gärung vorherzusagen. Heiße und trockene Jahrgänge können zu Mosten mit niedrigen Gehalten an hefe-assimilierbaren Stickstoff (YAN) führen, wodurch das Risiko langsamer oder stockender Gärungen steigt. Kühle und regenreiche Jahrgänge hingegen können die Entwicklung von Botrytis und höhere Gehalte an Gluconsäure begünstigen, was zusätzliche Herausforderungen für den Schutz des Mostes und das Gärungsmanagement mit sich bringt.

Aus diesem Grund sollten YAN und Gluconsäure nicht als zweitrangige Analysen betrachtet werden. Zusammen mit Zucker, pH-Wert, Gesamtsäuregehalt und Essigsäure liefern sie Önologen praktische Informationen, um während der Weinlese und der Gärung schnellere und gezieltere Entscheidungen zu treffen.

Heiße und trockene Jahrgänge: Das Risiko eines YAN-Mangels

In heißen und trockenen Jahrgängen können die Trauben unter Stressbedingungen die technologische Reife erreichen. Infolgedessen kann der Most niedrige Gehalte an hefe-assimilierbarem Stickstoff (YAN) aufweisen, wodurch die Verfügbarkeit der für die Hefen während der alkoholischen Gärung benötigten Nährstoffe reduziert wird.

Die Messung des hefe-assimilierbarem Stickstoff (YAN) vor oder zu Beginn der Gärung ermöglicht es dem Önologen, die Hefenährung genauer zu planen und das Risiko langsamer oder steckenbleibender Gärungen zu verringern.

Kühle und regnerische Jahrgänge: Botrytis, Gluconsäure und Mostschutz

In kühlen und regenreichen Jahrgängen steigt das Risiko einer Infektion mit Botrytis cinerea deutlich an. Von Botrytis befallene Trauben können höhere Konzentrationen an Gluconsäure enthalten, einer Verbindung, die durch die Oxidation von Glucose durch den Pilz entsteht.

Die Überwachung der Gluconsäure hilft dem Önologen, den Gesundheitszustand der Trauben zu beurteilen und mögliche Gärungsprobleme frühzeitig zu erkennen. Sie kann auch Entscheidungen zum Schutz des Mostes unterstützen, da von Botrytis befallene Trauben Verbindungen enthalten können, die Schwefeldioxid binden und dessen Schutzwirkung verringern.

Von der Analyse zum Handeln: Fermentationssteuerung mit CDR WineLab®

In extremen Jahrgängen kann eine schnelle analytische Kontrolle den Unterschied zwischen reaktiver Korrektur und vorbeugendem Management ausmachen.

Mit dem CDR WineLab® können Winzer den YAN-Gehalt und den Gluconsäuregehalt in nur wenigen Minuten direkt im Weingut bestimmen. So lässt sich die Mostqualität bewerten, die Hefenahrung planen und die am besten geeignete Schutzstrategie festlegen, bevor Gärungsprobleme auftreten.

Die Analyse von hefe-assimilierbarem Stickstoff und Gluconsäure wird somit zu einem praktischen Entscheidungsinstrument für das Management der alkoholischen Gärung im Zeitalter des Klimawandels.

JahrgangsbedingungenZu überwachende ParameterHauptrisikoWeinbauliche Entscheidung
Heiß und trockenYANLangsame oder stockende GärungHefenahrung planen
Kühl und regnerischGluconsäureBotrytis-bedingter VerderbAnpassung des Mostschutzes
Trauben mit SchimmelsymptomenGluconsäure + EssigsäureHygienebedingter VerderbChargen trennen oder Weinbereitung anpassen

Lesen Sie den vollständigen Artikel, veröffentlicht von Wine Business Analytics

Der Artikel „Weinherstellung im Zeitalter des Klimawandels“ von Dr. Simone Bellassai, Chemiker und Önologe, Experte für chemische Analysen von Lebensmitteln und Getränken sowie Leiter der Abteilung CDR FOODLAB®, untersucht, wie sich Klimaschwankungen auf die alkoholische Gärung auswirken, und erklärt, warum YAN und Gluconsäure zunehmend wichtige Parameter für die moderne Weinherstellung sind.

Wines&Vines: Winemaking in the Era of Climate Change  Read more at: https://winesvinesanalytics.com/features/article/201466/Winemaking-in-the-Era-of-Climate-Change Copyright © Wines & Vines - Dr. Simone Bellassai

...